
Montag, 1. Juni 2009
Die Triebwerke laufen schon

Aller Abschied fällt schwer. Wie um das zu beweisen, schickt das moers festival als ersten Act des letzten Tages im wahrsten Sinne des Wortes einen Kracher auf die Bühne.
Als die drei Japanerinnen von Nisennenmondai auf die Bühne treten wirken sie jedoch zunächst eher niedlich, ja fast schüchtern angesichts des vollen Hauptzeltes. Sie werden den Erwartungen des gespannten Publikums aber sofort gerecht.
Geradezu emotionslos beginnen die drei mit ihren monotonen Rhytmen, obwohl diese den Zuschauer zum Kopfnicken zwingen. Zaikawa versetzt dem von ihren Kollegen produzierten Klangteppich mit ihrem Bass zunächst unbeteiligt kleine Nadelstiche und lässt diese dann zu einem gewaltigen Brummen ansteigen, sodass die Musik nicht nur hör-, sondern auch fühlbar wird.
Die Melodien aus Takadas Gitarre, die sich dem Brummen anschließen, klingen zum Teil wie der Hintergrundsound eines GameBoyspiels der frühen 90er Jahre.
Wenn das Trio eines ihrer Klangwerke abschließt und an dem Anfang des nächsten knüppft, ist die Spannung im Zelt zum zereißen. Das fulminante Ende kommt dann einer Flugzeugturbine beim Start gleich. Ein super Start in den letzen Tag...
Samstag, 30. Mai 2009
jazz punkts!!!

Das moers festival ist weit mehr als nur die Acts im großen Hauptzelt. Genau deshalb haben wir uns für euch auch mal das Bollwerk angesehen. Dort finden jetzt sowohl die night sessions als auch Konzerte der ehemaligen Skandalbühne statt.
Die Auftritte im Bollwerk wirken wie eine Art Gegenpol zu den im Festivalzelt gebotenen Jazzbeiträgen. Und doch lassen sich Brücken finden.
So versucht die Band Sewer Rats ihre punkigen Stücke durch einen elektronisch verstärkten Kontrabass aufzupeppen.
Als sie uns vorweg einen kleinen "unplugged" Vorgeschmack liefert, bekommt man einen Eindruck davon, weshalb sie Django Reinhard als eines ihrer Vorbilder aus dem Millieu der Improkünstler bezeichnet. Sobald der Stecker den Weg in die Dose gefunden hat, käme sich jener aber wohl vor, wie ein promovierter Musikwissenschaftler bei der musikalischen Früherziehung. Die "Kinder" lassen keinen Zweifel daran, dass sie Punkmusiker sind. Im selben Moment jedoch zeigen sie sich, wie alle Kinder eben, neugierig und neuen Eindrücken gegenüber aufgeschlossen. Ihrer besteht in der Integration des Saiteninstruments in die brachiale Grundstruktur ihrer Sounds. Durchaus einen Lauscher wert...
Just expect nothing...
Ein neuer Tag, ein neuer Blog. Auch heute arbeiten wieder jede Menge Mitarbeiter daran, dass alles beim moers festival reibungslos über die Bühne geht bzw. dass sich jeder Künstler zur rechten Zeit auf der entsprechenden einfindet. Auch abseits der Bühnen lässt es sich bei solch gutem Wetter freilich gut arbeiten. So traf sich u.a. George Lewis, posaunespielendes Drittel von "The Trio" am See im Festivalpark mit KHM-TV, um ein wenig von früher und heute zu erzählen, während sein vierjähriger Sohn nebenan auf dem Spielplatz spielte.
Schließlich ist Lewis schon zum achten Mal (erstmals 1978) in Moers und hat als Gründer der "Association for the Advancement of Creative Musicias" (AACM) schon einigen Wandel miterlebt.
Auf die Frage, was von dem Auftritt der drei zu erwarten sei, antwortete er schlicht: "Don't expect the unexpected, just expect nothing." In diesem Sinne freuen wir uns auf The Trio heute um 20 Uhr

George Lewis auf der Bühne des moers festival
Schließlich ist Lewis schon zum achten Mal (erstmals 1978) in Moers und hat als Gründer der "Association for the Advancement of Creative Musicias" (AACM) schon einigen Wandel miterlebt.
Auf die Frage, was von dem Auftritt der drei zu erwarten sei, antwortete er schlicht: "Don't expect the unexpected, just expect nothing." In diesem Sinne freuen wir uns auf The Trio heute um 20 Uhr

George Lewis auf der Bühne des moers festival
Freitag, 29. Mai 2009
Bildschirmburgen und mehr...
Ich, Mitarbeiter des KHM Teams, das für den Live Stream sorgt, sitze hier auf einem Klappstuhl, umgeben von Koffern und Taschen, im Hintergrund hört man Simon Rummel und seine Fantasmofoniker im Festivalzelt proben. Auf unserem Multifunktionstischchen stehen schon jetzt jede Menge leerer Flaschen und Teller, Seite an Seite mit sämtlichen mitgebrachten Lebensmitteln. Im Grunde sieht es bei uns aus, wie auf dem Campingplatz im Moerser Stadtpark eine knappe Stunde vor Beginn des Festivals.
Nur, dass niemand bei uns rumsitzt und Musik hört oder sich oder über kommende Acts sinnt. In unserem "Wohnmobil" befindet sich nämlich auch keine Kochstelle, sondern jede Menge Bildschirme.
Wir sind KHM-TV und werden von heute an den Live-Stream auf dieser Seite anbieten, der alle Konzerte live ins Wohnzimmer transportieren soll. Geplant sind auch jede Menge Interviews mit Protagonisten und ein Blick hinter die Kulissen. Für den Anfang wird um 17 Uhr oben genannter Simon mit seiner Fantasmofonika für Rummel sorgen.
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